Heute ist der 23.11.2017

Erzählcafe im Sprengelkiez

Von Aminata Diallo

Am 29. April 2013 war Narcisse Djakam Gast beim „Sprengelkiez Erzählcafe“.

 

Der Sprengelkiez ist der Beweis dafür, dass die Multikulti-Gesellschaft nicht gescheitert ist. Hier wohnen und arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten. Jeder Einzelne hat seine eigene Geschichte, sowie seine Erfahrungen mit dem Kiez und Berlin gemacht. Das Projekt „Erzählcafe im Sprengelkiez“ ermöglicht bei Kaffee und Kuchen darüber zu sprechen und somit wertwolle Tipps und Erfahrungen auszutauschen.

 

Am 29. April 2013, war Narcisse Djakam daran. Der engagierte Kiezaktivist lebt seit 1997 in Berlin. Geboren in Kamerun, kam er nach seinem Abitur zum Studieren nach Berlin. „Ich hatte keine genauere Vorstellung über Deutschland. Ich war einfach der Überzeugung, dass ich mehr Möglichkeit hier finden werde als in Kamerun.“, sagt er und lächelt.

 

 

Nach einer Einführung von Frau Wöhler über die Ziele von „Erzählcafe im Sprengelkiez“ und eine kleine Vorstellung von Narcisse Djakam, durften die zahlreiche erschienenen Gästen über seine Erfahrungen in Berlin und besonders im Sprengelkiez erfahren. Tout de go sollte er die Frage beantworten, wie er seine Kindheit in Kamerun beschreiben kann. „Ich vermisse sehr oft diese Zeit. Eine bessere Kindheit könnte ich mir nicht vorstellen. Frieden und Harmonie war zu spüren und in dem Viertel Deido in Douala, wo ich aufgewachsen bin, nahmen uns alle Eltern wie ihre eigenen Kinder. Es gab keine Unterschiede zwischen reich und arm. Wir gehörten einer großen Familie. Diese nostalgische Wahrnehmung fühle ich noch stärker, da die deutsche Gesellschaft noch viel mehr individualistisch ist.“  sagt er.

 

Dann waren alle neugierig welche Erfahrungen er doch in Berlin gemacht hat. Narcisse Djakam hat sich sehr früh entschieden für seine Ideen aktiv zu engagieren. So war er schon während der Studienzeit mehr als 3 Jahre lang Vorstandsmitglied der studentischen Selbstverwaltung. Er war auch Mitgründer verschiedene Initiativen, wie den kulturellen kamerunischen Verein FE’EFE‘E Berlin e.V. und bis dato Projektleiter und Redakteur bei Afrika Medien Zentrum Berlin.

2008 gründete er die Initiative INTEGRITUDE e.V., die sich für eine Welt ohne Diskriminierung und Ausgrenzung engagiert. Dabei ist INTEGRITUDE e.V. da für alle Menschen, die an einer gerechten Gesellschaft glauben und bereit sind sich dafür zu engagieren. Seit 2011 ist Narcisse Mitglied des Quartierrates in Sprengelkiez im Berlin und Quartieratssprecher. Zu der Frage, wie er sich im Kiez fühlt lächelt er und sagt:“Im Berlin habe ich viele Freunde und fühle mich wohl. Den positiven Impulsen, die in der Gesellschaft zu spüren sind, soll man jedoch nicht den Zufall überlassen. Durch Engagement und fairer Umgang miteinander können wir es begleiten“.

 

Und Frau Evelyne Keskin wollte wissen, ob er manchmal denkt nach Hause zu fahren… Seine Antwort:“ Ich bin jetzt hier und will die Zeit hier und heute zelebrieren. Ich plane nicht irgendwo anders zu gehen, aber wenn die Notwendigkeit sich ergibt, warum nicht. Ein deutsches Sprichwort sagt doch „Ein Mann muss tun, was er tun muss…“ “.

 

Mittlerweile arbeitet er als Wissenschaftler an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und betrachtet Deutschland als seine zweite Heimat.

 

Die Teilnahme an den Erzählcafés ist entgeltfrei. Das Angebot wird möglich durch eine Förderung des Bezirksamtes Mitte von Berlin und eine Kooperation mit dem Moabiter Ratschlag e.V. und Integritude.org. Die Raummittel werden durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms „Zukunftsinitiative Stadtteil“, Teilprogramm „Soziale Stadt“ gefördert.

 

Kontakt: Gemeinsam im Stadtteil e.V., Sprengelstr. 15, 13353 Berlin

Frau Wöhler/Herr Rennert Tel. 030/450 285 24, Mail: info[at]gisev[.]de

 

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Aminata Diallo

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