Heute ist der 19.09.2017

Liebe Grüße aus Beirut...

Von Amelie
Hallo an alle,
 
hiermit erreichen euch liebste Grüße und schöne Fotos aus dem Libanon.
Mir geht es wunderbar hier. Bis jetzt klappt alles wie am Schnürchen. Ich habe ein schönes Zimmer (siehe Foto) mit Meer-, Berg- und Moscheeblick (siehe Foto) gefunden und wohne zurzeit mit einer Deutschen und einer Syrerin zusammen in Gemmayzeh, das ist ein zentrales und sehr schönes Viertel in Beirut, wo es von Bars, Restaurants, Läden und sonstigen lebenswichtigen Dingen nur so wimmelt. Ich denke, ich habe mich ganz gut eingelebt hier!
 
 
 
Beirut war mir von Anfang an sehr sympathisch und fasziniert mich immer noch, es ist eine total zusammengewürfelte Stadt. Es ist ein bunter Mischmasch aus allem möglichen. Man merkt einerseits, dass es eine Millionenstadt ist, aber andererseits gibt es auch wieder sehr kleine und gemütliche Eckchen, wunderschöne alte osmanische Häuser stehen neben modernen Hochhäusern, ein mit viel Liebe gepflegter Vorgarten direkt neben einem verfallenen Hinterhof voll mit Müll. Manche Straßen sehen aus wie in der Toskana, andere wie in Paris oder hypermodern wie in Katar und eben auch einige etwas heruntergekommen wie manche Städte in Kamerun. Allgegenwärtig sind aber leider der Verkehr und unglaublich viele Autos. Ich gehe hier viel zu Fuß und entdecke auch jedes Mal in der halben Stunde, die ich brauche, um zur Uni zu laufen, neue Dinge auf meinem Weg. =)
An der  Uni gefällt es mir sehr gut. Drei Vormittage die Woche habe ich Arabischkurs (siehe Foto), der mir unglaublich viel Spaß macht. Wir lernen erstmal das Alphabet, also praktisch lesen und schreiben wie in der ersten Klasse, und dann so langsam geht es in die Richtung, dass wir auch mal einen Satz bilden können. ;-) Die Kurse meines eigentlichen Studiums (Schulpädagogik) hier sind nur am Nachmittag und (da ich eigentlich nicht so viel erwartet hatte) gefallen mir überraschend gut. Alles ist auf Französisch, aber ich habe sehr nette und hilfsbereite Kommilitoninnen. Die Seminargruppen haben eine angenehme Größe, die Dozenten sind auch sehr nett und auch das meiste praxisbezogen.
Ein weiteres wichtiges Thema ist natürlich die lokale Küche. =) Man kommt als Vegetarierin gut zu Recht, es gibt viel frisches Gemüse und Obst und natürlich Falafel, Tabouleh (Couscous-Salat, der hier mit weniger Couscous und mehr Petersilie und frischen Kräutern gemacht wird), Hommos (Kichererbsenpaste) und leckeres Fladenbrot, das man überall als Wraps mit Käse, Joghurt, Gemüse und Kräutern kaufen kann.
 
 
 
Auch über das Wetter kann ich mich nicht beklagen, die letzten Tage waren zwar mit krassen Gewittern und Wolkenbrüchen etwas durchwachsen, aber normalerweise ist es sonnig und hat so um die 20 Grad.
 
Auch wenn Beirut eine super Stadt ist, habe ich das Bedürfnis mindestens einmal die Woche hier rauszukommen und die Stille, die frische Luft und die Natur zu genießen. =)Was ich bis jetzt von der Landschaft hier gesehen habe, war alles sehr bergig und jetzt im Frühling noch etwas karg, aber sehr schön (siehe Foto).
Dann noch ein Thema, was natürlich nicht unter den Tisch gekehrt werden darf, obwohl es mein Alltagsleben kaum beeinflusst: die Sicherheitslage im Libanon. Ich habe das Gefühl, Beirut ist wie eine Blase und alles geht seinen gewohnten Gang, auch wenn in einem der südlichen Vororte, in denen die Lage sehr instabil und unsicher ist, ein Bombenanschlag verübt wird. Es gibt hier einfach Gegenden, die man (vor allem als Ausländer) vermeiden sollte und auch gut vermeiden kann, und Gegenden, in denen man sich ohne Probleme und Befürchtungen aufhalten kann. Und in denen das Leben gar nicht so anders abläuft als bei uns in Deutschland. =)
 
 
Das war’s nun erstmal. Eigentlich wollte ich nur ein paar Zeilen schreiben und jetzt ist es doch so viel geworden. Falls irgendjemand noch mehr wissen will, bin ich immer offen für Fragen.
 
 
Liebe Grüße und macht’s gut,
 
Eure Amelie
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