Heute ist der 23.09.2017

Über eine verstärkte Einbeziehung von Frauen in den Entscheidungsprozess der Entwicklungszusammenarbeit

Von Rebecka Sommer

Die obenstehende Karikatur zeigt anschaulich, dass nicht alle Menschen die gleichen Vorraussetzungen und Bedürfnisse haben. Die Welt wäre nicht ein „gerechterer“ Ort wenn alle Menschen gleich behandelt werden würden. Stattdessen ist es wichtig auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen einzugehen, um jedem einzelnen die gleichen Chancen und Möglichkeiten zu gewähren.

 

So lässt sich die Geschichte des Bildes oben auch auf das echte Leben projizieren, zum Beispiel auf die Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit. Von den über 1 Milliarde Menschen auf dieser Welt die in Armut leben, machen 70 % Frauen und Kinder aus. Ihre Probleme unterscheiden sich häufig erheblich von Männern. Manche Frauen müssen alleinerziehend für ihre Kinder sorgen, in einer Gesellschaft, die ihnen kaum Arbeitsmöglichkeiten bietet. Andere wiederum werden von ihren Partnern geschlagen oder misshandelt. Wieder andere Frauen werden durch ihre Armut in die Prostitution gedrängt. Viele dieser Probleme können von Frauen besser nachvollzogen und verstanden werden, weshalb es grade in der Integrations- und Entwicklungsarbeit wichtig ist, dass diese Sichtweise ausreichend vertreten ist.

 

Aus meiner persönlichen Erfahrung als Studentin der Sozial- und Kulturanthropologie, ein Fach dessen Absolventen häufig in die Entwicklungszusammenarbeit gehen, kann ich sagen dass mindestens ebenso viele Frauen wie Männer daran interessiert sind Entwicklungshilfe zu leisten. Tatsächlich jedoch findet man in den Führungspositionen der deutschen Entwicklungsarbeit, wie auch in höheren Positionen im Allgemeinen, immer noch deutlich mehr Männer als Frauen. Laut dem deutschen Institut für Wirtschaftsforschung lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft 2010 bei 30%. Infolge dessen, werden viele Entwicklungsmaßnahmen innerhalb und mithilfe vorwiegend männlich geprägter Strukturen und Institutionen umgesetzt.

 

Um nun die Probleme und Schwierigkeiten von Frauen zu beurteilen und auf ihre Bedürfnisse richtig einzugehen, ist es wichtig dass in Zukunft mehr Frauen in der Entwicklungshilfe tätig werden und gleichberechtigt die Prozesse mit gestalten.

 

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