Heute ist der 22.04.2018

Wer regiert Afrika?

Von Guy Nouaga

Die Frage „Wer regiert Afrika“ ist sehr komplex und wirft auch gleichzeitig die Frage der Unabhängigkeit Afrikas auf. Viele Afrikaner und besonders die junge afrikanische Generation wird mit dieser komplexen Frage regelmäßig konfrontiert. Wenn man in das letzte Jahr zurückblickt und zwar in den sogenannten „Arabischen Frühling“, kann man von einer großen Befreiungsaktion reden. Manche Nordafrikanischen Länder, unter anderem Ägypten und Tunesien, haben sich von ihren Tyrannen befreit. Nachdem die Tyrannen gestürzt worden sind, ist die Befreiung noch nicht vollendet, weil die staatlichen Verwaltungsapparate noch die strukturelle Gewalt des alten Regimes umsetzen. Diese strukturelle Gewalt ist oft von den ehemaligen Kolonialmächten abgesegnet und wurde damals mit Hilfe einiger Einheimmischen eingeführt. So wichtig und lobenswert wie der Sturz der Tyrannen ist, führt er nicht zwangsläufig zur Demokratie sondern zu einem besseren politischen Selbstbewusstsein der Bevölkerung, also zu politischer Veränderung.

 

Die meisten afrikanischen Länder haben seit mehr als 50 Jahren eine scheinheilige politische Unabhängigkeit, aber keine wirtschaftliche Unabhängigkeit. Bezüglich der Wirtschaft wird zum Beispiel die Geldpolitik der zentralafrikanischen Länder durch Frankreich bestimmt. Die tatsächliche Unabhängigkeit ist politisch und wirtschaftlich. Diese Punkte sind unabdingbar oder untrennbar für die Unabhängigkeit eines jenen Landes. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit wird sehr betont, will sie oft – aus politischer Korrektheit und Mangeln an Wissen - außer Acht gelassen wird. Wir sehen heutzutage in Europa besonders in der Eurozone die Folgen der Nichtabhängigkeit eines Landes in Sache Wirtschaft.

vor 40 Jahren, schrieb der Umwelt Spezialist Rene Dumond  dass Afrika, wenn es so weitergeht, den Durchbruch nicht schaffen wird. Heute muss man mit Ernüchterung Dumond Recht geben, weil sich seine Thesen bestätigt haben. Diese traurige Realität Afrikas könnte man an fünf Schwerpunkte festmachen: die politische Lage, die Wirtschaft und Währung, die Geschichte und die Autonomie. In allen afrikanischen Ländern sind zwar Afrikaner an der Macht, aber es ist nur ein Schein, weil die Entscheidungen von ehemaligen Kolonialherren oder Geschäftspartnern erbarmungslos diktiert. Diese Lage ist traurig, aber umkehrbar oder abwendbar durch politischen Willen, wenn sich jeder Politiker verpflichtet, die Interessen seines Landes trotz sehr komplexer Machtverhältnisse zu vertreten. Der politische Wille ist wichtig und wir glauben auch daran, aber es ist leider auch die Schwachstelle der heutigen Demokratie.

 

 

Damit Afrika den Durchbruch zur Entwicklung schafft, muss die einerseits die Korruption erfolgreich bekämpft werden und andererseits die Industrialisierung vorangetrieben. Solange die Korruption als selbstverständlich herrscht, ist unter diesen Umständen keine Entwicklung möglich. Die Unabhängigkeit des Landes erleichtert die Industrialisierung, auf dieser Weise kann Mehrwert geschaffen werden und somit Wohlstand für die Menschen. Alle entwickelte Länder haben dank der Industrialisierung Wohlstand erreicht. Afrika muss diesen Weg gehen und die nötige Strategie dafür entwickeln. Wenn einzelne afrikanische Länder die Unabhängigkeit errungen haben, können keine unsichtbaren Mächte diesen Durchbruch verhindern.

Die Frage "Wer regiert Afrika?" ist somit eine unsinnige Theorie.

 

Guy Nouaga Youansi

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