Heute ist der 23.09.2017

Unser Politisches GeschÀft - Der Sprengelkiez.

Oft reden wir von Politik als etwas, das außerhalb von unserem Leben stattfindet. Wir sehen in der Politik und deren ReprĂ€sentantInnen Gestalten, die ĂŒber unsere Köpfe hinweg entscheiden. Mal Ă€rgern wir uns, mal freuen wir uns oder es ist uns egal, was „die da oben“ so treiben und beschließen. Wer aber sind „die da oben“? Wenn „da oben“ jemand ist, wo und wer sind dann wir?

Unser Politisches GeschÀft  - Der Sprengelkiez.

Oft reden wir von Politik als etwas, das außerhalb von unserem Leben stattfindet. Wir sehen in der Politik und deren RepräsentantInnen  Gestalten, die über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Mal ärgern wir uns, mal freuen wir uns oder es ist uns egal, was  „die da oben“ so treiben und beschließen. Wer aber sind  „die da oben“? Wenn „da oben“ jemand ist, wo und wer sind dann wir?

 

Oft nehmen wir die Politik als etwas wahr, womit wir nichts zu tun haben. Es hat den Anschein, als würde sich Politik unserer Mitwirkungskraft entziehen. Das ist natürlich ein Irrtum und eigentlich wissen wir das auch. Ohne uns gäbe es keine Politik. Wir vergessen, dass das „politische Geschäft“ ohne uns alle gar nicht stattfinden kann. Genau genommen arbeiten „die da oben“ für und mit uns. Wir müssen unsere Anliegen allerdings im Blick behalten.

 

Wenden wir uns vom politischen Leben ab, so entscheiden wir uns für ein Leben außerhalb der Politik und überlassen die Verantwortung für die Gesellschaft  anderen. Im Minimalfall markieren wir unsere politische Teilhabe noch als ein “X” auf dem Wahlzettel oder aber wir wählen gar nicht mehr, weil ein kurzer Blick in die Tageszeitungen oder der Mietspiegel uns sagt: „Niemand ist wählbar, die da oben machen doch nur, was sie wollen.”

 

Was ist Politik?

Ganz allgemein kann unter Politik eine Ordnung verstanden werden, die sich in einem bestimmten Rahmen abspielt. Unseren Rahmen stellt die Verfassung. Innerhalb dieser  werden Diskurse zwischen verschiedenen, von uns gewählten oder nicht gewählten, Parteien über politische Themen geführt. Letztendlich kommt es in der Bezirksverordnetenversammlung, im Abgeordnetenhaus oder im Bundestag zu Entscheidungen. Politische Entscheidungen gelten kollektiv verbindlich für uns alle, betreffen also unser aller Leben. Die politischen Prozesse verlaufen auf allen Ebenen ähnlich. Tatsache ist, dass es weder politische Diskurse noch daraus folgende Entscheidungen gäbe, wären da nicht wir. Ob wir nun aus Verantwortung oder aus Pflicht unserem Gewissen gegenüber oder der Autonomie willen handeln: Wir sind diejenigen, die gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen, diese politisieren, politisch machen und in die Politik tragen. Nicht zu vergessen, dass die Monarchen oder Diktatoren, jedenfalls „die da oben“ von uns entthront wurden, damit wir mitmachen können in diesem politschen Geschäft! 

 

Wir im Sprengelkiez, sind längst eine politische Kraft!

Der Sprengelkiez stellt mit seiner kosmopolitischen Ausrichtung eine konstruktive Basis   für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse dar.  Der Kiez ist eine unerschöpfliche Quelle an Ideen. Diese Vielfalt an Fähigkeiten und Perspektiven bereichert im Umgang mit verschiedenen Themen oder Problemen das politische, soziale oder künstlerische Feld . Vom Kiez, der Bezirksebene aus, können politische Prozesse angestoßen, politische Entscheidungen beeinflusst werden.

 

Nehmen die lokalen AkteurInnen die Kraft ihrer  potentiellen und aktuellen politischen Teilnahme wahr ? Wie viele Menschen betrachten ihren Verein, ihre Gruppe, ihre Familie, die Freundinnen und Freunde, sich selbst, als maßgebliches Instrument des politischen Lebens? Was ließe sich bewirken, wenn wir uns gemeinsam organiserten? Welche Themen hätten Priorität?

 

Bist du politisch, das „X“ auf dem Wahlzettel oder beides?

Setzen wir uns für soziale Gerechtigkeit oder bezahlbare Mieten für alle ein, dann liefern wir der Politik die Themen. Der Job der PolitikerInnen ist dann, sich mit uns auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu treffen, die dem Gesamtwohl dienen. Wir sollten uns einmischen und mitmachen.  Tun wir es nicht, dann setzen die Politik und deren BerufspolitikerInnen die Themen selbst. Dann gestalten Andere unser Leben.  Wir sind genau dann nicht „der Politik” ausgeliefert, wenn wir unsere Verantwortung für unser politisches Leben selbst in die Hand nehmen: Wir sind das Politische und die Politik ist der Rahmen, den wir mit Inhalt füllen.

 

Mitmachen im politischen Geschäft!

Die Zeitung, „Dein Kiezbote“ eignet sich als eines der Mittel für  aktive politische Teilnahme, die Meinungsäußerung. Je mehr Menschen ihre politische Kraft bündeln und aktivieren, desto mehr Wirkraft haben unsere Anliegen.  Was auch immer wir politisch unternehmen ist kein symbolischer Akt, sondern die Wiederübernahme von Verantwortung, da wir alle politische Lebewesen sind und nicht nur ein “X” auf (k)einem Wahlzettel.

 

Aktuell bietet die Verstetigung des Sprengelkiezes Anlass zu kontroversen Diskussionen. Einerseits bedeutet der Rückzug des Quartiersmanagemenens aus dem Kiez die Chance auf politischer Ebene und am Gestaltungsprozess des Kiezes verstärkt mitwirken zu können. Andererseits ist die Enttäuschung über die politische Entscheidung zur Verstetigung und dem damit verbundenen Ende der Förderphase durch das „QM“ zu spüren. Der Sorge, dass Projekte oder Vereine ohne staatliche Finanzierung nicht weiter existieren können, kann nur durch Selbstorganisation entgegengewirkt werden. Wenn das „QM“  als  UnterstützerIn wegfällt, bedeutet das nicht das gleichzeitige Ende unserer sozialen und interkulturellen Arbeit.  Dort wo es Probleme gibt, finden sich auch die Ideen für Lösungen und es gibt immer mehr als eine Option zur Wahl.

 

 

 

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