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Liebe und Integration

Liebe ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen (auch zu einem Tier u.a.m.) zu empfinden fähig ist.

Ich bin der Meinung, dass Liebe helfen kann die Barriere zu überwinden, sich in einer neuen Gesellschaft anzuordnen. Zwei Frage habe ich jedoch:

- Wie kann man  durch die Liebe sich in einer Kultur integrieren?

- Nach der Liebe kann die Realität nicht ernüchternd sein?

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Marco

Kommentare (4)
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Tinisra, am 12.04.2010 um 00:06:30

Hallo Marco!

Ich bin deiner Meinung, dass Liebe helfen kann, Barrieren zu überwinden. Ich denke, wenn man einen Menschen aus einem komplett anderen Kulturkreis liebt, tritt man den neuen Dingen offener gegenüber, hat vielleicht weniger Hemmungen, sich auf das Neue einzulassen. Die Gegenwart des jeweils anderen erleichert es, Schwierigkeiten einfacher zu meistern, da diese ja auch den kommunikativen Part übernehmen können (sollten die Partner keine gemeinsame Sprache sprechen, z.B. nicht mal Englisch, wird es natürlich schwieriger). Ein ungemeiner Vorteil ist auch, dass man nicht als völlig FremdeR in einer Kultur ankommt, wie es beispielsweise bei Asylbewerbern ist, und man absolut niemanden kennt. Man nimmt ja gleichzeitig teil am sozialen Leben des anderen, hat also direkten Kontakt zur anderen Kultur und wird - idealerweise - herzlich aufgenommen.

Biologisch gesehen entscheidet sich nach ca. 1 Jahr, ob sich die Verliebtheit in Liebe wandelt. Ich glaube, es lag an der Umstellung der Hormone von "Verliebt sein" auf "Normalzustand". Wenn die rosarote Brille weg ist, kann die Realität wirklich ernüchternd sein. Dazu müssen die Partner nicht einmal aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen. Mit einem Mal sind die Macken, die anfangs noch so süß waren, einfach nur noch nervig und die Unterschiede erscheinen unüberbrückbar groß.

Ich kann - glücklicherweise - nicht aus Erfahrung sprechen. Aber ich stelle mir schon vorstellen, dass die Zukunft erstmal ein großes Fragezeichen, wenn man vielleicht für die große Liebe alle Zelte abgebrochen hat und sich nach einer Trennung plötzlich auf sich allein gestellt in einer (vielleicht noch) fremden Welt wiederfindet.

Ich möchte hier keine haltlosen Spekulationen aufstellen, da zu viele Faktoren ganz andere Grundvoraussetzungen schaffen können. Vielleicht hat ja jemand von euch so eine Situation selbst erlebt oder hat es bei Verwandten/Bekannten mitbekommen?

Maxim, am 13.04.2010 um 12:30:33
Hallo, ich denke, dass Tinisra (fast) alles gesagt hast. Durch Liebe kann man sich auf alle FĂ€lle eine Fremde Kultur schnell und ohne grosse Schwierigkeiten nahkommen. Nicht nur Liebe bewirkt das, sondern Freundschaften, ehrlichkeit und Offenheiten auch, Neugier, sowie Kompromisbereitschaft. Diese lezte 04 Faktoren koennen sogar helfen eine Beziehung gut zu fĂŒhren. Nicht die Beziehung hilft zu Integration, sondern die Einstellung der Protagonisten. Etwas verstehe ich nicht: Wie man Liebe und RealitĂ€t trennen kann, als ob Liebe nicht (und viellicht nie) real wĂ€re? So sehe ich Tinisra Beitrag sehr pragmatisch.
Sandrine, am 17.04.2010 um 19:53:31

Hi,

"l'amour est aveugle", Liebe kann Blind machen. So verstehe ich die die Bemerkung von Tinisra. Wenn die Liebe nicht mehr da ist kann die Realität hart sein. Ich sehe das eigentlich anders. Die Bikulturelle Ehe "erziehen" auch die Gesellschaft. So lernen auch skeptiker durch dieses neue Bild -Leute aus unterschiedliche Länder und Kulturen, die zusammenleben- kennen und annehmen. Das finde ich entscheidend.

Die Kinder, die von solchen Ehe entstehen verkörpert diese neue Gesellschaft fern von Diskriminierung und vorurteile.

Man muss aber nicht unbeding heiraten, um solche Erfahrungen zu machen. Liebe hilft, sowie hoffentheit, neugier, toleranz und Bildung sich gut zu integrieren.

Tinisra, am 18.04.2010 um 21:03:12

Stimmt Maxim, manchmal bin ich sehr pragmatisch, das ist nicht immer von Vorteil... :)

Zu dem was Maxim über meine Bemerkung Liebe/Realität sagt: Natürlich ist Liebe real. Was ich meine, habe ich versucht durch die "rosarote Brille" zu beschreiben. Wenn man verliebt ist, hat man oft eine verklärte Sicht auf die Dinge und bemerkt Probleme und Hindernisse nicht oder beschönigt sie. Außenstehende, die den/die VerliebteN schon länger kennen, bemerken das vielleicht an stark verändertem Verhalten oder das die betroffene Person Situationen nicht mehr realistisch einschätzen kann. Hhm, vielleicht ein Beispiel, damit es nicht so abstrakt ist: Jemand verlässt sein Heimatland Hals über Kopf ohne sich großartig Gedanken zu machen, wie es im fremden Land mit Sprache, Arbeit und Einwanderung funktionieren soll. (@ Maxim: Hier ist Pragmatismus vielleicht gar nicht schlecht, um sich vor dem bösen Erwachen zu schützen. Lieber alles wohlüberlegt vorbereiten als Hals über Kopf alles stehen zu lassen ;)  )

Den Aspekt von Sandrine finde ich hochinteressant, das multikulti-Kinder eher nicht zu Diskriminierung neigen werden. Wobei man hier unterscheiden muss zwischen Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe oder anderer Aspekte wie einer schlechteren sozialen Stellung (z.B. wenn ein Kind in der Schule unmoderne Kleidung trägt, ich meine das Richtung Mobbing). Meines Erachtens nach kann auch ein Kind aus einer multikulturellen Familie die letztere Diskriminierung "durchführen". Ich hoffe, ihr wisst was ich meine. Ich kann es gerade nicht anders ausdrücken.