Heute ist der 21.11.2017

Positive Diskriminierung

Vor ein paar Tagen habe ich folgenden Artikel gelesen:

http://info.kopp-verlag.de/news/rassismus-darf-man-schwarze-baby-puppen-im-geschaeft-billiger-anbieten-als-weisse.html

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Rassismus? Darf man schwarze Baby-Puppen im Geschäft billiger anbieten als weiße?

Udo Ulfkotte

Wo beginnt Rassismus? In den USA ist derzeit der Discounter »Walmart« unter Druck. Er hat bei einer Werbeaktion schwarze Barbie-Puppen billiger als weiße angeboten, die zum regulären Preis verkauft wurden. Ein Teil der Bevölkerung dreht nun durch und schießt sich auf »Walmart« ein, obwohl die nur Gutes im Sinne hatten und auch armen weißen Kindern schwarze Puppen verkaufen wollten. Eine Geschichte vom Irrsinn der politischen Korrektheit.

»Sale« – so lautet das Schlagwort, wenn Geschäfte in den USA Ware günstiger anbieten. Ständig gibt es irgendwo »Sale«-Angebote. Man muss sich als amerikanischer Geschäftsmann schon etwas Besonderes einfallen lassen, um zwischen all diesen »Sale«-Angeboten aufzufallen.

Eine Filiale des Discounters Walmart hat ganz sicher keine bösen Absichten gehabt, als man in Louisiana schwarze Barbie-Puppen zum Vorzugspreis anbot: für nur $3.00. Die weißen Barbies gleich nebenan im Regal kosteten weiterhin regulär $5.93. Irgendwer hat das fotografiert. Und ins Internet gestellt. Zunächst auf die Seite FunnyJunk.com und dann auf Guanabee.com. Und jetzt sehen bei Walmart die Telefone nicht mehr still. Man bezichtigt Walmart des Rassismus.   

Das alles ist jedoch kein Einzelfall, es gibt immer wieder schwarze Kinderpuppen, die in den Geschäften billiger verkauft werden als weiße. Inzwischen beschäftigt der Walmart-Fall sogar das Weiße Haus und die großen amerikanischen Nachrichtensender. Und Präsident Obama ließ sich erklären, dass auch schwarze Eltern ihren Kindern meist lieber weiße Puppen kaufen, auch wenn sie in Gender Mainstreaming und dem ganzen Denken von der Gleichheit erzogen worden sind. So sind Menschen nun einmal, erklärte auch eine Sozloogieprofessorin.

Walmart hat inzwischen das getan, was man in so einer Situation politisch korrekt macht: Man hat sich öffentlich entschuldigt. Man will nie wieder schwarze Puppen billiger als weiße verkaufen. Das ist politisch so korrekt. Und die schwarzen Puppen verstauben nun im Regal. Egal – Hauptsache, alle werden gleich behandelt.

 

Mittwoch, 10.03.2010

Kategorie: Allgemeines, Politik

© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg

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Schon während des Lesens entstand bei mir der Eindruck, dass man es mit der politischen Korrektheit auch übertreiben kann. Es werden immer irgendwo Rabattaktionen gemacht, warum nicht auch hier. Für mich grenzt das Verhalten derer, die empört aufschrien, schon an positive Diskriminierung: Um zu vermeiden, als rassistisch abgestempelt zu werden, behandeln sie Farbige/Ausländer etc. besonders bevorzugt.

Was denkt ihr? Sehe ich das in diesem Fall zu locker? Ist der Aufschrei doch berechtigt?

Habt ihr vielleicht selber Erfahrungen gemacht mit positiver Diskriminierung, egal ob hier in Deutschland oder anderswo? Wie reagiert man dann am besten?

Kommentare (14)
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Donabia, am 21.04.2010 um 00:27:23

Hallo! Ich muss mich diesbezüglich äußern...

WANN kann Diskriminierung "positiv" sein? NIE!!!

Zumindest im gesellschaftlichen Leben... die Antwort ist NIE!!!

Diskriminierung bringt nur Ausgrenzung, und Ausgrenzung bringt nur Zorn...

Wirtschaftlich gesehen mag es sein, dass so eine Aktion von und für WALMART "positiv" sein kann...

Aber, meiner Meinung nach, sollte diese Discounter-Kette für so eine unverantwortliche und billige Kampagne bestraft werden!!!

So würde die Diskriminierung auch wirtschaftlich gesehen keinen Sinn mehr machen...

Au revoir!

Aboubacar, am 21.04.2010 um 00:44:04

Hallo,

Die Definition des Wortes habe ich von Wikipedia.de:

Das Wort Diskriminierung beschreibt zwei unterschiedliche Bedeutungsfelder, ein wertendes und einen wertneutrales.

Im Laufe dieser Entlehnungsgeschichte bilden sich im Deutschen zwei Bedeutungsfelder aus:

  • In der wissenschaftlichen Fachsprache ist die wertfreie „Unterscheidung“ eine geläufige Bedeutung von Diskriminierung oder Diskrimination.
  • Die erste nachgewiesene Verwendung von Diskriminierung als wertende „Benachteiligung, Herabwürdigung, Schlechterbehandlung“ liegt in der Fachsprache des 16. Jahrhunderts. Später erfolgte eine Bedeutungsänderung durch Einengung auf „aus der (eigenen) Gruppe aussondern“.

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Die Wörter "Benachteiligung, Herabwürdigung und Schlechterbehandlung" finde ich hier interessant.

Grundsätzlich finde ich ok, schwarze Puppen billiger zu verkaufen, auch wenn die weiße Puppen zusammengemischt sind und fast zweimal teurer sind. Was ich merkwürdig finde ist, dass die Firma als Begründung sagt, dass sie schwarze Puppen weißen armen Kindern verkaufen wollte. Ich finde diese Erklärung kompliziert und verstehe die Leute, die sich beschwerden.

Ob positiv oder negativ, Diskriminierung ist zu bekämpfen. Verfeinerte Herabwürdigungsaktionen verdienen auch bekämpft zu werden.

In einer immer global werdende Gesellschaft, werden Minderheiten öfter am Rand gestellt und blöd dargestellt. Weiß oder schwarz, das spielt für mich keine Rolle. Es muss Leute geben, die sich dagegen wehren und das machen können. Die allgemein anerkannten und akzeptierten gesellschaftliche Werte sollen bleiben und für alle gelten. Ich spreche hier unter anderen von Freiheit, Freie Meinung, Respekt, Frieden, Gleichberechtigung, Gleichbehandlung...

Die Firma "Walmart" hat hiermit versagt, und die Aufschrei finde ich gemessen.

Sandrine, am 21.04.2010 um 14:43:08

Hi,

ich verstehe nicht wie Diskriminierung positiv sein kann. Vielleicht meint Tinisra die Unterstützung von Minderheiten, die schwierigkeiten haben einen Platz in der Gesellschaft zu finden? Das bewirkt öfter genau das gegenteil. Man sollte lieber gleiche Chance für alle garantieren, gleiche Gesetze auch, fairness.

Die Firma hat demonstrativ die Preise der Puppen gleichgestellt. Das ist meine Meinung nach nur ein Show. Das zeigt genau, dass die Verantwortliche ein Problem mit der Hautfarbe hatten. Diese Aktion ist keine "positive Diskriminierung", sondern eine billige Marketingsaktion. Die wollen jetzt die Opferrolle übernehmen... Traurig.

Tinisra, am 22.04.2010 um 00:39:38

(Warnung, das wird ein längerer Beitrag)

Hhm, okay ich hätte vielleicht mehr Erklärungen geben sollen, was ich genau meine. Ich hatte angenommen, es wäre bekannt, was gemeinhin unter positiver Diskriminierung verstanden wird. Ich hatte es zumindest versucht in dem Satz zu erklären:

"Um zu vermeiden, als rassistisch abgestempelt zu werden, behandeln sie Farbige/Ausländer etc. besonders bevorzugt."

Ich versuche es erneut zu erklären:

Viele Menschen denken von sich, dass sie nicht rassistisch sind. Aber irgendwie hat jeder, ich betone JEDER Mensch irgendwelche ... ich sage mal Assoziationen im Kopf. Das wird daran beispielsweise daran erkennbar, wenn man bewusst versucht, ganz normal zu sein/normal zuschauen/ vielleicht sogar wegzuschauen, wenn z.B. ein Rollifahrer entgegen kommt. Das hat unter anderem etwas mit Berührungsängsten zu tun, oder weil die Situation "unbekannt" ist und man daher nicht weiß, wie man sich verhalten soll. Ein anderes Beispiel wäre, wenn man bewusst oder unbewusst  auffallend überfreundlich zu jemandem ist, der vermeintlich anders ist, um entweder gewisse Unsicherheiten zu überdecken oder (wem auch immer, vielleicht der Gesellschaft) zu zeigen, dass man ganz bestimmt keine Probleme mit dem vermeintlich anderem hat. Aber genau dieses Verhalten verdeutlicht "dem Anderen", dass in den Köpfen immer noch Grenzen gezogen werden und es ist eben auch Diskriminierung.

Ich würde euch bitten folgenden kurzen Artikel zu lesen, damit ihr versteht, was ich meine. Das sind zwar die Erfahrungen einer Europäerin in Lateinamerika, aber man kann es auf andere Perspektiven adaptieren bzw. weitere Beispiele finden.

Quelle: http://www.sachayachanahuasi.com/seiten/kulturelles/ar/rassismus.html

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Rassismus ist für den Betroffenen meist etwas sehr unangenehmes. Man wird wegen seiner Hautfarbe, oder präziser wegen seiner Rassenzugehörigkeit anders behandelt, und zwar schlechter. Mir widerfährt seit 11 Jahren eine andere Form von Rassismus: Auch hier existieren auf Grund meiner Hautfarbe Vorurleile mir gegenüber, doch die sind meist positiver Art!

Wenn ich in einen überfüllten Bus steige, bekomme ich immer einen Sitzplatz. Es kann sehr peinlich sein, wenn irgend ein netter, älterer Herr aufsteht, um mir seinen Sitzplatz zu überlassen, oder noch schlimmer, wenn der Buschauffeur einen anderen Passagier aufscheucht, er solle mir Platz machen. Da hilft alles beteuern nichts, ich könne sehr gut stehen.

Wenn wir zu einem Fest eingeladen sind, bekomme ich meist das beste Stück Fleisch, obwohl ich entschieden nicht an Unterernährung leide. Die erste Taufe in Ahuano vor 10 Jahren ist mir noch lebhaft in Erinnerung: Es gab zwei Hühner zum Essen. Wir waren 17 Gäste. Ich bekam das ganze eine Huhn auf den Teller, die restlichen 16 Gäste durften sich das zweite Huhn teilen. Was macht man da? Remigio meinte, ich könne gar nichts machen ausser mir Mühe geben, mit dem (riesigen, zähen) Huhn glücklich auszusehen. Es fand sich dann doch noch ein Ausweg: Man darf Fleischstücke den Kindern verteilen, da die sowieso nie eine eigene Portion bekommen und bei den Eltern mitessen sollen (bei 5-12 Kindern ein Problem).

Da ich weiss bin, und aus einer anderen Welt komme, muss ich die Lösungen für all die Probleme aus dieser Welt eben kennen. Und nicht nur aus dieser. Wenn jemand in der Umgebung von einer Schlange gebissen wird, kommt er zu uns. Und da das von Anfang an so war, habe ich mir gezwungenermassen einiges an Wissen angeeignet, um helfen zu können. Was zu der skurilen Situation führt, dass eine Europäerin einem Quichua erklärt, dass die Schlange die ihn gebissen hat, nicht giftig ist. Natürlich kennen die Quichuas alle Schlangen, leider glauben sie auch von den meisten, dass sie tödlich sind. Es gibt hier aber nur 4 Giftschlangenarten, die für den Menschen ein Problem sein können. Also langt es meistens, die Wunde zu desinfizieren und notfalls ein Beruhigungsmittel zu verabreichen. Glauben tun mir aber nur die wenigsten, dass die Schlange
wirklich nicht giftig war. Ich habe doch sicher ein wirksames Gegengift verabreicht! So bewirkt man als Weisse also Wunder...

Ende Oktober waren wir zu einer Hochzeit eingeladen, 2 Marschstunden von der Strasse entfernt. Die ganze Indiogemeinschaft erwartete uns am Strassenrand. Mit zwei Pferden: ein Tier für unser Gepäck und eins für mich, während gleichaltrige Frauen nicht nur liefen, sondern auch noch ihr Baby trugen und bepackt waren wie Esel. Es wurde eine lange Diskussion bis sie endlich einsahen, dass ich NlCHT auf dem Pferd reiten würde, sondern dass man die Tiere zum Tragen des allgemeinen Gepäcks einsetzen solle.

Dieses unverdiente Mass an Respekt könnte mir mit der Zeit doch zu Kopf steigen. Gut tut es deshalb, einmal im Jahr nach Europa zu reisen, wo ich so aussehe wie Tausende von anderen Leuten, und im Tram selbst aufstehen darf, um älteren Menschen den Platz zu lassen.

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Ich hoffe, ihr habt nun ein Bild davon, was ich mit positiver Diskriminierung allgemein meine. Sicherlich gibt es teilweise definitorische Schwierigkeiten bzw. Überlappungen mit anderen Begriffen (auch bei wikipedia nachlesbar, aber ich finde es etwas kompliziert ausgedrückt)

Auf meinen ersten geposteten Artikel bezogen: Natürlich ist die Begründung Walmarts, auch armen weißen Kindern schwarze Puppen verkaufen zu wollen, entschuldigt, bescheuert, das steht für mich gar nicht zur Debatte. Klar ist auch, das jegliche Form der Diskriminierung bekämpft werden muss. Was ich mich frage ist, ob man es mit der politischen Korrektheit nicht einfach total übertreiben kann - und gerade deshalb in positive Diskriminierung abrutscht. Versteht ihr, was ich meine? Abgesehen von der wirklich sehr schlechten Begründung Walmarts: Nehmen wir an, man hat einen roten Kochtopf und einen blauen Kochtopf im Verkauf und der blaue Kochtopf aus welchen Gründen auch immer besser verkauft, obwohl sie bis auf die Farbe identisch sind. Um auch die roten Töpfe los zu werden, werden sie eine Woche lang den roten Kochtopf zum halben Preis anbieten, solche Angebote sind für alle Leute normal. Sie nehmen dann entweder den Kochtopf, der ihnen besser gefällt und deshalb vielleicht auch den teureren blauen, oder einfach den billigeren, weil es ihnen egal ist, welche Farbe er hat. Das Beispiel hört sich vielleicht stumpf an, aber ich will damit sagen: Warum kann man nicht einfach eine Woche lang die schwarze Puppen billiger verkaufen, um den Absatz anzukurbeln? Warum muss es gleich diesen großen Aufschrei geben?

Ich bin der Meinung, genau durch diese Publikmachung wird die Betonung wieder und wieder auf die alten Dichotonien gelegt. So kann es mit der Gleichbehandlung der Menschen nie etwas werden.

(Wie gesagt, die Begründung von Walmart blende ich in meiner Argumentation aus, aber bitte bedenkt, Walmart musste die Senkung erst begründen, NACHDEM die Öffentlichkeit aufmerksam wurde. Ehrlich gesagt nehme ich ihnen die Begründung noch nicht mal ab. Der Kern liegt für mich am Ende des Artikels: Menschen kaufen lieber weiße Puppen - Über das wieso und warum könnte man jetzt lange soziologische Debatten führen. Die schwarzen Puppen waren daher Ladenhüter und aus rein wirtschaftlichen Gründen [denkt an die Töpfe] wurden sie daher verbilligt. Vielleicht ein kleines Detail, was ich aber wichtig finde: Auf dem Foto erkennt man deutlich an der orangen Färbung des Preisschildes, das es ein Sonderpreis ist. Wenn der reguläre Preis [sprich: gelbes Preisschild] für die schwarzen Puppen bei ansonsten identischer Qualität nur die Hälfte betrüge, würde es für mich gar nicht zur Debatte stehen, das ein Aufschrei angebracht ist!)

 

So, ich hoffe, ich konnte meinen Standpunkt verdeutlichen. Jetzt dürft ihr weiter auf mir herumhacken ;)

Aboubacar, am 26.04.2010 um 01:02:49

Tinisra,

einst muss ich sagen, deine Beiträge sind hoch interessant. Ich habe den Bericht gelesen; das war sehr bereichend. Vielen Dank.

Ich bin aber der Meinung, dass was da geschildert ist, nicht viel mit "positiver Rassismus" zu tun hat. Kultur tinisra, das hat mit Kultur und Lebenseinstellung zu tun. Ich bin ein Afrikaner und bei uns ist der Gast ein König. Das mag für denjenige, der diesen Bericht geschrieben hat merkwürdig sein, aber in meinem Dorf wird er genauso behandelt. Als Fremde geht man davon aus, dass man viel gesehen hat und viel Erfahrungen gesammelt hat. Man will dem Fremder auch gute Erinnerungen hinterlassen, damit er das weitererzählt. Ferner beschreiben die Medien Europa als Kontinent, wo man Lösungen für alle Probleme gefunden hat. Es ist somit normal, dass man zu ihm kommt, "der Europaer", um von seiner Erfahrungen zu profitieren. Von "positiver Diskriminierung" sehe ich keine Zeichen.

Es wird mit der Gleichbehandlung der Menschen etwas werden, ich bin diese Überzeugung. Vielleicht langsam, aber es ist der einzige Weg. Ich bin völlig deiner Meinung, die Diskussion um diese Puppe war ein bisschen übertrieben. Die Aktion finde ich jedoch vertretbar, da die Firma irgenwie eine komplexe Idee im Kopt hatte.

Auf dich herumzuhacken, Tinisra, würde ich persönlich nicht. Du gibst die Möglichkeit sich mit der Problematik vielseitig auseinanderzusetzen.

Was du sagst ist klar und logisch. Die Begründung von Walmart, kann man jedoch nicht blenden; das nervt und offenbar die tatsächliche Ideen der Firma. Somit verstehe ich die Aufregung. Weiße Puppe billiger als Schwarze zu verkaufen oder umgekehrt, lassen meine Körpertemperatur nicht mal um 1/2 Grad sinken. Business is Business. In diesem Fall war aber die Wirtschaftliche Begründung schwach.

Es wäre vielleicht Zeit die Begriffe Diskriminierung, Vorurteile, Ausgrenzung, Rassismus... zu kategorizieren. Das könnte uns helfen klarer und pragmatischer vorzugehen.

Was denkt ihr?

guysgo, am 26.04.2010 um 19:45:20

Hallo!!

die ganze Diskussion hier über die positive Diskriminierung anhang des Beispiels von Waltmart finde ich persönlih übertrieben. So ein Fall ist wieder eine Ablenkung zum Thema Rassismus. In Amiland gibt es strukturelle Rassismuns so viele in allen Ländern. Anstatt, dass die Menschen sich mit dieser Art der Rassismus (die Wurzel) beschäftigen, beschäftigen sich immer mit Fällen die nicht ausschlagebend in der Diskussion sind. Will man ein Problem lösen, packt man es an die Wurzel. 

Das Problem in unserer globalisierten Welt heute ist, dass Begriffe nicht mehr richtig benutzt werden. Dies ist der Fall für Wissenschaftler, Politiker, die Bevölkerung ... Bin nicht für Diskriminierung, aber um dies aus der Welt zu schaffen, müssen wir uns öffnen. Dies aber nicht Fall. Kritisiert zum Beispiel ein Deutscher einen Türken, wird der Deutsche sofort als rassist bezeichnet. Kritisiert der Türke auch mal einen Deutsche, dann mag der Türke Deutschland nicht. Wenn die Menschen sich so verhalten, werden nie schaffen dieses Problem zu lösen. So eine Situation ist gefährlich, weil dies von Politikern une Populisten benutzt wird, um Unsichercheit in der Bevölkerung zu bringen. Dadurch kann zum Beispiel die Frage zu Gehaltserhöhung nicht einheitlich von der Bevölkerung beantwortet werden.

Wir leben in Europa in jeder soll gleich vor dem Gesetz sein. Solange es noch nciht erreicht ist oder die richtige Frage gestellt werden und schlußendlich die richtigen Diskussionen geführt werden, ist alle andere Art von Diskussionen über den Preis von "schwarzen" Pupen (Ablenkung vom eingentlichen Thema) unbedeutend.

standup, am 30.04.2010 um 22:35:55

Hi Leute,

was hat Walmarkt sich bei der Preiskalkulation der Puppen gedacht? Schon bei der Produktion oder Wareneinkauf weißt Walmarkt wie viel Afro-Amerikaner in der USA gibt. Dass die Kaufleute beim Walmarkt Angebot und Nachfrage Schätzungen gut berechnen können, bin ich überzeugt.

So fangt "Rassismuns" an. Auch große Firmen und alle Menschen insgesamt müßen lernen mit kritischen Themen wie Rassismus vorsichtig umzugehen. Als Afrikaner müßen wir drauf achten, dass nichts mehr toleriert wird, auch wirtschaftlich gesehen.  Für den Fall Walmarkt bin ich sicher, dass der jenige der dafür veranwortlicht war, hat bestimmt geahnt, diese Aktion kann schiff gehen, und die schaden wie bestimmt Gedacht können nur sehr gering fallen.

"Walmarkt hätte sich so einen witz beim bestimmten Bevölkerungsgruppen wie klein sie sind auf dieser Welt so was nicht erlauben können ... sonst wären ein paar Köpfe bestimmt gefallen" 

Aboubacar, am 04.05.2010 um 15:57:39

Diesen Artikel, habe ich heute gelesen. Es geht ungefähr in der Richtung "Positive Diskriminierung". Das ist mehr schädlich als nützlich. Gleiche Chance, Anerkennung der Fähigkeiten und Respekt bewirkt viel mehr als solche (gut gemeinte) Aktionen... Denke ich. Da gebe ich Tinisra recht.

Guysgo hat einen sehr wichtigen Punkt erwähnt und ich finde die Aufregung über walmart nicht mehr positiv/wichtig; nämlich laute Reaktionen und Medienaktivismus über vernachlässigbare Themen, wie "billige schwarze Puppen'. Wie viele Asylanten sind pro Tag abgeschoben? Wie viele Leute fühlen sich oder sind am Rand der Gesellschafft wegen unterschiede Gründe gestellt? Dort würde ich eine aufregende Aktion interessant finden...  Es gibt noch wichtigere Herausforderungen.

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Berlin will Migranten gesetzlich bevorzugen

http://www.pi-news.net/2010/05/berlin-will-migranten-gesetzlich-bevorzugen/

Der rot-dunkelrote Berliner Senat will künftig ein Gesetz erlassen, nach dem Migranten positiv diskriminiert werden sollen, indem sie im öffentlichen Dienst bevorzugt eingestellt werden. Von Migranten geführte Betriebe sollen außerdem bei der Vergabe öffentlicher Aufträge leichter als deutsche Kartoffeln den Zuschlag erhalten. Damit würde die Hauptstadt ihre “Rolle als Schrittmacher in der Integrationspolitik” unterstreichen, sagte Integrationssenatorin Carola Bluhm (SED, Foto).

Die Morgenpost berichtet:

Der Berliner Senat bereitet ein Gesetz vor, das Migranten bei der Einstellung im öffentlichen Dienst und bei der Vergabe von Aufträgen gegenüber anderen Bewerbern und Anbietern bessere Chancen sichern soll. Entsprechende Regelungen will die rot-rote Koalition in einem “Integrations- und Partizipationsgesetz” festhalten, das der Senat bis zum Ende dieses Jahres erarbeiten will und das bis März 2011 vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden soll.

Weil es rechtlich nicht möglich sei, die Einstellung von Menschen mit Migrationshintergrund in den Behörden und öffentlichen Betrieben durch Quoten zu regeln, will der Senat die Anforderungsprofile für zu besetzende Stellen neu formulieren. So sollen häufiger als bisher “Sprachkenntnisse”, “Mehrsprachigkeit” oder “interkulturelle Kompetenz” verlangt werden. Es sei davon auszugehen, dass nur “Personen mit Migrationshintergrund” das Eignungsmerkmal der “muttersprachlich beherrschten Fremdsprachenkenntnisse” erfüllten, heißt es in der Vorlage.

Im Vergaberecht will der Senat prüfen, ob von Migranten geführte Firmen gegenüber anderen bevorzugt werden können. Vorbild ist die bereits praktizierte Bevorzugung von Ausbildungsbetrieben: Bisher dürfen in Berlin solche Firmen eher Aufträge erhalten, die Jugendliche ausbilden. Entsprechend könnte ein Passus eingeführt werden, bei gleichwertigen Angeboten künftig auch Unternehmen, die von Migranten geführt werden, eher mit Aufträgen zu bedenken.

Aber das sind noch nicht alle Überraschungen, die das neue Gesetz bereit hält:

Weiterhin soll das Integrationsgesetz Artikel enthalten, die die Teilhabe und Aktivierung der Einwanderer in der Stadt stärken. So soll unter anderem der Zwang, Verstorbene in einem Sarg zu bestatten, mit Rücksicht auf die Gebräuche der muslimischen Gemeinschaft entfallen. Zudem wird geprüft, ob Verstorbene – wie bei den Muslimen üblich – schon innerhalb von 24 Stunden beerdigt werden dürfen. Außerdem wird der Begriff der “kirchlichen Feiertage” aus den Gesetzestexten gestrichen. Er wird ersetzt durch den Passus “religiöse Feiertage”, die von christlichen Kirchen, den muslimischen Glaubensgemeinschaften, den jüdischen Gemeinden und anderen Religionsgemeinschaften begangen werden.

Noch fortschrittlicher wäre es, den Zwang nach einem qualifizierten Schulabschluss abzuschaffen. Wer weiß, ob sonst genügend Migranten da sind…

(Spürnasen: Werner Sch., Conny, Klabuster und madshark)

Anne, am 17.03.2011 um 18:32:54

Ich glaube, dass eine sogenannte "positive Diskriminierung" nie sinnvoll ist und ihr Ziel immer verfehlen wird. Das liegt in der menschlichen Natur. Wenn jemand bevorzugt wird, werden sich die anderen demzufolge benachteiligt fühlen. Die wenigsten Menschen sind in der Lage dies zu akzeptieren. Meistens bilden sich dadurch negative Gefühle, Neid, etc. aus, was die gegenseitige Akzeptanz und die Aufgeschlossenheit gegenüber dem anderen eher hemmen. Oft kommt es so dazu, dass man versucht, sich gegenüber dem anderen positiv darzustellen und so werden Vorurteile und negative Einstellungen verstärkt. Auch wenn dies nicht bewusst geschieht.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Menschen und Völkern, aber man sollte immer versuchen, diese nicht zu bewerten. Deshalb ist "positive Diskriminierung" genauso hinderlich, wenn es darum geht einander näher zu kommen und sich vorurteilsfrei gegenüber zu stehen, wie "negative Diskriminierung".

Rebecka, am 03.09.2014 um 11:38:08

"Und Präsident Obama ließ sich erklären, dass auch schwarze Eltern ihren Kindern meist lieber weiße Puppen kaufen, auch wenn sie in Gender Mainstreaming und dem ganzen Denken von der Gleichheit erzogen worden sind. So sind Menschen nun einmal, erklärte auch eine Soziologieprofessorin."

Was für eine fundierte Argumentation... "So sind Menschen nun einmal." Dabei ist bekannt, dass neben der Diskriminierung von Schwarzen im allgemeinen auch eine Unterscheidung von den sehr Dunkelhäutigen zu den Hellhäutigen gemacht wird (Colorism). Auch innnerhalb der African-American community gibt es Diskriminierung gegenüber den sehr Dunkelhäutigen und Bevorzugung von den Hellhäutigen (s. Brown Paper Bag Test).

Rebecka, am 03.09.2014 um 11:39:08

Diese Darstellung von Hellhäutig = gut, Dunkelhäutig = schlecht, ist auch in der Populärkultur, in Filmen, Film, Werbung zu finden. Auch in den Printmedien ist diese Unterscheidung oft zu sehen, wenn Künstler auf Zeitschrift-Covern etc. heller retuschiert werden als sie eigentlich sind, Beispiel Beyoncé, die fast weiß in der Loréal Werbung geworden ist. http://commercialblackwomen.files.wordpress.com/2012/11/beyonce-loreal-ad-2008.jpg

 

Rebecka, am 03.09.2014 um 11:40:12

Früher haben schwarze Mädchen sich die Haare geglättet und Gesichtscreme gekauft, die angeblich ihre Haut aufhellen sollte. Es gab für sie keine positiven schwarzen Vorbilder, dafür aber der Traum weiß und blond zu sein. Auch die Spielzeuge für Kinder sind seit Uhrzeiten auf die weiße Mehrheitsgesellschaft ausgerichtet worden. Dass es nun auch schwarze, asiatische, etc. Puppen gibt, ist ein wichtiger positiver Schritt.

Rebecka, am 03.09.2014 um 11:42:42

Doch warum werden diese Puppen nun für weniger Geld angeboten als ihr weißes Gegenstück? Der genannte Grund von Walmart ist mehr als fadenscheinig. Eher ist zu vermuten, dass die Meinung vorherrscht, schwarze Puppen seien weniger wünschenswert und werden nicht im gleichen Maße gekauft wie die weißen Puppen. Damit wird deutlich dass Supermärkte wie Walmart und co. mit der Herrstellung und dem Verkauf von verschieden ethnischen Puppen etc. nur ihr Image aufbessern möchte, aber in Wirklichkeit doch rassistisch sind.

 

Rebecka, am 03.09.2014 um 11:43:44

Selbst die nett gemeinte Begründung, der Preis sei gesenkt worden für arme weiße Familien, zeigt eher dass vermutet wird dass diese Puppen nur für die weiße Unterschicht, die white trash people, oder aber natürlich für die Schwarzen (die grundsätzlich arm sind?!!) gut genug seien. Das ist, in allen bestehen Definitionen des Wortes, diskriminierend.