Heute ist der 23.11.2017

Frauen in Spitzenpositionen

Hallo Leute!

In Brasilien wird wahrscheinlich eine Frau als Presidentin gewählt. DILMA ROUSSEFF ist 62 Jahre alt, hoch qualifiziert und kompetent. Von Art und Weise ist sie ein bißchen wie Merkel. Also kein gewöhnliches "Weib"...

Meine Fragen an alle sind:

- Denkt Ihr, dass eine Frau als Presidentin gut für ein Land sein kann, das immer mehr an Macht, Respekt und Autonomie gewinnen möchte?

- Denkt Ihr, dass eine Frau als Presidentin grundsätzlich weniger Krieg / Korruktion / Ungerechtigkeit fördern kann?

Ich freue mich auf Eure Anregungen...

Und noch ein letztes Imput - Wäre eine Frau als Führerin auch für afrikanische Länder möglich / machbar / strategisch nach Eurer Meinung? Gibt es beispielhafte Politikerinnen dort, die hier erwähnt sein können?

DANKE!

Kommentare (4)
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Aboubacar, am 30.04.2010 um 10:41:30
04.01.2010
Liberias PrĂ€sidentin Ellen Johnson-Sirleaf  (Bild: AP) Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf (Bild: AP)

Präsidentin mit Mut

Ellen Johnson Sirleaf: "Mein Leben für Liberia". Krüger Verlag

Von Rebecca Hillauer

Am 16. Januar 2006 wurde Ellen Johnson-Sirleaf als erste demokratisch gewählte Staatspräsidentin Liberias vereidigt. Sie ist damit die erste und bis heute einzige Frau an der Spitze eines afrikanischen Staates - und sie hat schwierige Aufgaben zu bewältigen.

Wenige Tage nach ihrer Geburt, erzählt Ellen Johnson Sirleaf am Anfang ihres Buchs, habe ein alter Mann ihre Eltern aufgesucht, um das Neugeborene anzusehen und Glück zu wünschen.

"Oh Martha", sagte er, "dieses Kind wird groß und stark werden. Dieses Kind wird nach ganz oben kommen." Wenn meine Mutter diese Geschichte zum Besten gab, mussten sie, meine Schwester und ich immer lachen, denn in vielen Momenten, in denen sie sich der Worte des weisen Alten erinnerte, entsprach mein Leben so gar nicht dieser Prophezeiung.

Zunächst sieht es tatsächlich nicht danach aus, als würde Ellen Johnson Sirleaf einmal in die Fußstapfen großer Präsidenten treten. Die Enkelin eines deutschen Kaufmanns und Tochter eines eingeborenen Armenanwalts in Monrovia wächst in bescheidenen Verhältnissen auf. Kurz nach ihrem High-School-Abschluss 1956 heiratet sie, gerade 18 Jahre alt. Sie bekommt vier Kinder, lauter Jungen. Doch als ihr Mann im Agrarministerium eine Stelle antritt, hat Ellen das deutliche Gefühl, in einer Sackgasse gelandet zu sein. Als schließlich ihr Mann ein Stipendium für die USA erhält, besorgt sich Ellen Johnson Sirleaf ebenfalls eines - und geht mit ihm. Die Kinder lassen sie bei ihren Eltern zurück

Liberia muss noch viel von den westlichen Industrieländern lernen. Doch eines kann der Westen von Afrika und den Entwicklungsländern lernen, einen Aspekt der traditionellen afrikanischen Kultur, den meine Landsleute hoffentlich nie aufgeben werden, und das ist die beeindruckende Unterstützung durch den Familienverband.

Ellen Johnson Sirleaf beschreibt ausführlich den familiären Hintergrund jener Menschen, die in ihrem Leben wichtig sind. Indem sie diese Schicksale zudem in die größeren historischen Zusammenhänge einbettet, stehen die Menschen in ihrem Buch immer auch für einen Teil der Geschichte Liberias. Über sich selber schreibt die heutige Präsidentin:

Ich stehe mit beiden Beinen in zwei Welten - in der Welt der armen Landfrauen, die nichts als Entbehrung kennen, und in der Welt der arrivierten, gut ausgebildeten liberianischen Oberschicht, deren zweite, geliebte Heimat die Vereinigten Staaten sind. Ich ziehe Stärke aus beidem.

Anfang der 60er-Jahre herrscht im Süden der USA noch Rassentrennung. Davon bekommt die junge Ellen im nördlichen Bundesstaat Wisconsin zum Glück nichts mit. Sie studiert zunächst Betriebswirtschaft - ein zur damaligen Zeit höchst ungewöhnliches Fach für eine Frau. Je erfolgreicher und selbstbewusster sie wird, desto eifersüchtiger und unzufriedener wird ihr Mann. Er schlägt sie und beginnt zu trinken. Nach ihrer Rückkehr nach Monrovia hält er ihr zweimal eine Pistole an den Kopf. Die Ehe zerbricht. Eine Erfahrung, die später auch ihre Politik als Präsidentin entscheidend mitprägen wird.

Häusliche Gewalt kennt keine geografischen Grenzen. Sie kommt in jedem Land, jeder Gesellschaft, jeder Weltregion vor. Vom ersten Augenblick meiner Regierungszeit an, sogar in meiner Antrittsrede, gelobte ich, mit aller Härte des Gesetzes gegen diejenigen vorzugehen, die sich weiterhin dieser schrecklichen Misshandlung schuldig machen.

An solchen Beispielen wird deutlich: Mögen die Lebenserinnerungen von Ellen Johnson Sirleaf sich in weiten Teilen wie die eines beruflich erfolgreichen Mannes lesen: Die Handschrift ist eindeutig die einer Frau. Und wie der alte Mann kurz nach ihrer Geburt, erkennt immer wieder jemand Ellens starke Persönlichkeit und fördert sie auf ihrem Weg. In den 60er-Jahren studiert sie an der amerikanischen Elite-Universität Harvard noch Volkswirtschaften. Bereits Ende der siebziger Jahre ist sie in Liberia Finanzministerin. Unter Militärdiktator Samuel Doe wird sie zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie den Präsidenten öffentlich kritisiert hat. Später kandidiert sie selbst erfolglos für die Präsidentschaft und muss schließlich ihre Heimat verlassen. In den USA ist sie unter anderem für die Weltbank und die Vereinten Nationen tätig. Als 2003 in Liberia der letzte Bürgerkrieg endet und Kriegsherr Charles Taylor ins Exil geht, sieht Ellen Johnson Sirleaf ihre große Chance gekommen und kehrt in ihre Heimat zurück. Sie schafft es und wird tatsächlich zur Präsidentin gewählt. Ellen Johnson Sirleaf muss nun das Land wieder aufbauen, die Korruption bekämpfen und neue Jobs für ehemalige Kindersoldaten finden. Es gelingt ihr, mit dem Internationalen Währungsfond und der Weltbank einen Schuldenerlass auszuhandeln. Durch die Einführung von obligatorischem Grundschulunterricht verdoppelt sich fast die Anzahl der Schulkinder, was vor allem Mädchen zugutekommt. In ihrem Kabinett sitzt ein Team von weiblichen Ministern in Schlüsselpositionen. Doch trotz aller Fortschritte hat das Land sich nach 14 Jahren Bürgerkrieg noch längst nicht erholt. Dies gibt die Präsidentin in ihrem Buch unumwunden zu.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich damals Charles Taylor unterstützt habe, um einen brutalen Diktator wie Samuel Doe zu stürzen. Als sich dann aber Taylors wahres Gesicht zeigte, wurde ich zu seiner leidenschaftlichsten und schärfsten Kritikerin.

Auch außenpolitisch beweist die Präsidentin Mut und Integrität. So ist sie eine der wenigen, die offen Simbabwes Diktator Robert Mugabe kritisiert. Ihre Landsleute nennen sie deswegen nicht nur liebevoll "Ma Ellen", sondern auch die "Eiserne Lady". Ihre Autobiografie nennt sie "eine erste Bilanz". Lesenswert für all diejenigen, die ernsthaft an der Zukunft des afrikanischen Kontinents interessiert sind, 400 Seiten stark und gewürzt mit subtiler Ironie, trockenem Humor und Anekdoten. Etwa als die Autorin - noch im Finanzministerium - "Bullshit", also "völliger Quatsch", auf ein offizielles Dokument stempelt. Ellen Johnson Sirleaf ist zweifellos auf sehr beeindruckende Art ihren eigenen Weg gegangen.

Manchmal fragen mich Menschen - in der Regel Frauen - ob ich als Frau und Afrikanerin bei meinem langen beruflichen Aufstieg jemals gegen die berühmte Glasdecke stieß. Ich antworte dann, dass es meines Erachtens ganz bestimmt Leute gab, die in mir nur die Alibischwarze sahen. Doch ich hatte gewöhnlich zu viel zu tun, um mir darüber Gedanken zu machen.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1098266/

Aboubacar, am 30.04.2010 um 10:45:30

kleopatra

Kleopatras Gesicht – ein Gipsabguss in der Antikensammlung der Uni Bern (Bild:zvg)

 

Mythos Kleopatra

 

War sie eine machtbesessene, skrupellose Verführerin, die ihre körperlichen Reize bedenkenlos einsetzte, um ihre politischen Ziele zu erreichen? Oder war sie eine kluge, vorausschauende Herrscherin, die zum Wohl ihres Reiches eine sehr geschickte Bündnispolitik betrieb, dabei aber ihre Gefühle nicht vergaß? Kaum eine Frauengestalt der Weltgeschichte ist so umstritten - und so bekannt - wie Kleopatra. Die hasserfüllte Propaganda der Römer hat ihr Bild über zwei Jahrtausende geprägt und uns den Zugang zu ihr erschwert. Man kennt sie vom Theater, vom Film, vom Musical und von der Oper. Shakespeare hat sich des Kleopatra-Stoffes genauso angenommen wie George Bernhard Shaw. Wer aber war die historische Kleopatra?
 

Die Fakten
 
Als Kleopatra Ende 70 oder Anfang 69 v. Chr. in Alexandria geboren wurde, war Ägypten das reichste Land der damals bekannten Welt. Kleopatra war keine Ägypterin, sondern Griechin und als letzte Herrscherin der makedonischen, griechisch sprechenden Dynastie der Ptolemäer, die Ägypten seit 323 v. Chr. regierten, eine direkte Nachfolgerin von Alexander dem Großen. 51 v. Chr. kam sie nach dem Tod ihres Vaters als Kleopatra VII. zusammen mit ihrem Bruder Ptolemäus XIII. auf den ägyptischen Thron. Nach ägyptischem Brauch wurde sie mit ihrem zehnjährigen Bruder und Mitregenten verheiratet. Später wurde immer wieder behauptet, sie sei von betörender Schönheit gewesen. Dabei hieß es in einer antiken Quelle: "ihre Schönheit" sei "weder erstaunenswert noch ohnegleichen". Hervorragendstes Merkmal war wohl ihre lange, gebogene Nase. Was diese Frau wirklich auszeichnete, waren Intelligenz, Energie und ihre Ausstrahlung. Sie beherrschte neben Griechisch und Ägyptisch mehrere afrikanische und asiatische Sprachen und war sehr gebildet. Sie verstand viel von verwaltungstechnischen Dingen und war auf finanzpolitischem Gebiet (vor allem was die Vermehrung ihres eigenen riesigen Vermögens anging) geradezu genial. Als sie 51 v. Chr. auf den Thron kam, war Ägypten als überaus vermögendes Land zwar nominell unabhängig, doch die politische und militärische Vormachtstellung hatten die Römer.
 
Streit im Imperium
 
Ende der 50er-Jahre wurde die römische Welt durch die Rivalität zwischen Pompejus und Cäsar erschüttert. Pompejus floh während des Bürgerkrieges nach Alexandria, in der Hoffnung dort Unterstützung zu bekommen. Etwa zur selben Zeit wurde Kleopatra vom Regentschaftsrat ihres Bruders abgesetzt und musste fliehen. Während ihrer Abwesendheit wurde Pompejus im Auftrag ihres Bruders in Alexandria ermordet. Die Drahtzieher erhofften sich davon die Dankbarkeit Cäsars und die Alleinherrschaft in Ägypten. Doch es kam anders. Cäsar war über den feigen Mord erzürnt. Kleopatra kehrte auf sein Geheiß heimlich aus ihrem Exil zurück und ließ sich nachts, in einem Teppich eingerollt, zu Cäsar bringen, der damals schon über 52 Jahre alt war. Die 21-Jährige gewann nicht nur das Herz des Römers, sondern auch seine politische Unterstützung. Er vernichtete ihre Widersacher und setzte Kleopatra mit ihrem zweiten Bruder, dem zehnjährigen Ptolemäus XIV. auf den Thron. Dank ihres Einflusses entging Ägypten der drohenden Annexion durch die Römer. Als Cäsars Bündnispartnerin und Geliebte gelang es ihr, einen drohenden Krieg zu verhindern und ihre Macht im Land zu festigen.
 
Cäsar wird Vater
 
Mit der Geburt Cäsarions, des einzigen Sohnes von Cäsar, schienen ihre ehrgeizigen Pläne schließlich in Erfüllung zu gehen. Sie sah ihren Sohn als Nachfolger Cäsars und träumte davon, selbst als Herrscherin auf dem Kapitol einzuziehen. Ihr Ziel war die Wiederherstellung eines Ptolemäischen Großreiches. Ihre Vision war eine Vereinigung der römischen mit der hellenistisch-ägyptischen Welt. Dieses Ziel verfolgte sie bis an ihr Lebensende.
 
46 v. Chr. reiste Kleopatra nach Rom, um Cäsar seinen Sohn zu zeigen und den Freundschaftsvertrag mit den Römern zu erneuern. Sie wurde nicht nur von Cäsar, sondern auch von vielen einflussreichen Römern begeistert aufgenommen. Doch dann wurden ihre ehrgeizigen Pläne jäh zerstört. Cäsar wurde meuchlings ermordet. Kleopatra verlor nicht nur ihren Geliebten, sondern auch ihren Schutzherrn, Lehrmeister und Ratgeber. Sie flüchtete im Juli 44 nach Alexandria. Im September 44 kam ihr Mitregent Ptolemäus XIV. auf mysteriöse Weise ums Leben. Es ist nicht auszuschließen, dass Kleopatra ihren Bruder ermorden ließ, um Cäsarion die Nachfolge zu sichern.
 
Antonius gegen Octavia
 
Nach dem Tod Cäsars wurde das Römische Reich unter Octavian und Antonius aufgeteilt. Antonius brauchte für seinen geplanten Feldzug gegen die Parther die militärische und materielle Unterstützung Ägyptens. Er zitierte Kleopatra nach Tarsus in Kilikien. Sie kannte die militärische Stärke und das Großmachtstreben der Römer und fürchtete zu Recht deren begehrlichen Blick auf ihr Reich. Doch wie Cäsar vor ihm erlag auch der 40-jährige Antonius den Reizen Kleopatras und war betört von der orientalischen Pracht ihres Hofes. Und wie Cäsar wurde auch Antonius ihr Geliebter und ihr wichtigster Rückhalt. Ihr Glück schien ungetrübt. Im Herbst 40 v. Chr. wurden die Zwillinge Kleopatra Selene und Alexander Helios geboren. Eine Heirat war jedoch ausgeschlossen, denn einem Römer war die Ehe mit einer Ausländerin untersagt. Zudem sollte das immer gespanntere Verhältnis zwischen Antonius und Octavian durch eine Heirat mit Octavians Schwester entspannt werden. Antonius ließ sich darauf ein, gleichzeitig tat er alles, um Kleopatras Macht noch weiter auszubauen. Alles deutete darauf hin, dass er seinen Sitz ganz nach Ägypten, in den Osten verlegen wollte, um sich dort, weit weg von Rom, einen eigenen Herrschaftsbereich aufzubauen. Kleopatra unterstützte ihn mit Geld, Soldaten und Schiffen bei seinem Feldzug gegen die Parther. Im Gegenzug erweiterte er großzügig ihre Reichsgrenzen. Doch er verlor den Feldzug und büßte fast die Hälfte seiner Armee ein. Für Octavian war die Niederlage eine willkommene Gelegenheit, einen Propagandafeldzug gegen Antonius zu starten. Man warf ihm vor, sich wie ein selbstherrlicher orientalischer Großfürst zu gebärden und die Machtinteressen Roms immer mehr aus den Augend zu verlieren. Im Mittelpunkt der Hetzkampagne stand Kleopatra. Sie wurde als Ehebrecherin, als dekadente orientalisch Konkubine, als machtbesessene Feindin Roms beschimpft.
 
Das Ende
 
Ende 32 v. Chr. verlor Antonius auf Betreiben Octavians all seine Ämter. Antonius und Kleopatra rüsteten sich für eine bevorstehende Auseinandersetzung mit Octavian. Am 2. September 31 v. Chr. kam es schließlich zur entscheidenden Seeschlacht bei Actium. Octavian kesselste die Schiffe seiner Gegner ein. Kleopatra und Antonius entkamen mit Mühe und flohen nach Ägypten. Auch der siegreiche Octavian nahm Kurs auf Ägypten. Antonius stellte sich ihm mit den kläglichen Überresten seiner Truppen entgegen und scheiterte. Als er keinen Ausweg mehr sah, stürzte er sich in sein Schwert. Kleopatra flüchtete mit wenigen Getreuen in ihr Mausoleum und setzte schließlich auch ihrem Leben ein Ende. Ihr Tod ist so sagenumwoben und mysteriös wie ihr ganzes Leben. Noch heute ist nicht genau geklärt, auf welche Weise sie starb. Brachte sie sich mit Gift um, das in ihrem Kamm verborgen war? Oder gar mit einer Giftschlange, die allerdings nie gefunden wurde. Octavian bemächtigte sich ihrer unermesslichen Reichtümer und ließ sogar ihre Kinder ermorden, damit sie ihm nicht noch gefährlich werden konnten. Ägypten hatte nicht nur seine Königin, sondern auch für lange Zeit seine Unabhängigkeit verloren. Kleopatras Traum, eine Verbindung herzustellen zwischen der römischen und der griechischen Welt, war für immer gescheitert.
 
http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/geschichte/kleopatra/hintergrund/
Aboubacar, am 30.04.2010 um 14:29:32

Afrodeutsche im Landesvorstand

Eine Migrantin erobert die CDU

Die Südwest-CDU hat einen neuen Star: Sylvie Nantcha, gebürtige Kamerunerin aus Freiburg ist jetzt Beisitzerin im Landesvorstand. Sie sieht sich als Beispiel einer erfolgreichen Integration. VON INGO ARZT

Nantcha: "Die CDU braucht eine richtige schwarze Kandidatin". Foto: dpa

Sylvie Nantcha, 35 Jahre alt, in Kamerun geboren, erobert derzeit die CDU in Baden-Württemberg. In einem Tempo, das den Schluss zulässt: Die Christdemokraten haben sich nach einer Politikerin wie ihr gesehnt. An diesem Wochenende wählte sie die Partei als Beisitzerin in den CDU-Landesvorstand, mit dem drittbesten Ergebnis aller 25 KandidatInnen.

Seit Juni 2009 ist Nantcha in Freiburg erste afrodeutsche Stadträtin der CDU in Deutschland. Dabei hat sie sich erst vor einem Jahr der Partei angeschlossen. Ende 2008 wird sie von Mitgliedern der Frauenunion in einem Bibelkreis angesprochen, ob sie sich politisch engagieren will. Nantcha ist dreifache Mutter, überzeugte Katholikin, sie hat in Deutschland Germanistik studiert, promoviert und sagt von sich: "Mein Einsatz in der Politik ist meine Art, diesem Land und den Menschen Danke zu sagen." Damit hat sie am Wochenende die Partei-Architektur durcheinandergewürfelt.

Nantcha erntete schon zur Eröffnung ihrer Rede spontanen Beifall: "In Berlin haben wir ja eine schwarze-gelbe Koalition, in Stuttgart auch. Die CDU Baden-Württemberg braucht eine richtige schwarze Kandidatin." Ein Gag zum Aufheitern. Denn auf keinen Fall will Nantcha auf den Exotenbonus reduziert werden, der ihr in der CDU zufällt. "Ich verkörpere einfach das, wofür ich mich einsetze." Sie bezeichnet sich als Lehrstück einer erfolgreichen Integration und möchte, dass andere ihrem Beispiel folgen können: Mit 17 schicken sie ihre Eltern nach Deutschland, um Germanistik zu studieren. Ihre Muttersprache ist Französisch, Deutsch hat sie bereits in der Schule gelernt. In Freiburg findet sie in der katholischen Kirchengemeinde und im Studentenwohnheim schnell Freunde, die sie unterstützen und fördern.

Sie heiratet, bekommt drei Kinder und 2003 die deutsche Staatsbürgerschaft. Nantcha baut an der Uni Freiburg eine Internationale Graduiertenakademie auf und setzt sich dafür ein, dass Ausländer ihre Abschlüsse anerkannt bekommen. "Für mich ist es klar, dass ich mich für Bildung und Chancengleichheit einsetze. Ich mache das für unsere Kinder." Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit.

http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/kommentarseite/1/eine-migrantin-erobert-die-cdu/kommentare/1/1/

Aboubacar, am 30.04.2010 um 14:36:15

Hallo,

ich habe euch ein paar Berichte hier gepostet. Das wird mir helfen besser zu argumentieren. Dabei werde ich das Problem oder die Situation allgemein betrachten und Afrika als Beispiel. Das Problem "Frauen in Führungspositionen" ist, meine Ansicht nach nicht typisch für Afrika. Hier über die Situation in Deutschland.

Bis denne

Situation in Deutschland

Mit Angela Merkel wurde am 22. November 2005 zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin eines deutschen Gesamtstaates. Mit Heide Simonis war 1993 zum ersten eine Frau Ministerpräsidentin eines Bundeslandes der Bundesrepublik Deutschland geworden. 1990 war Sabine Bergmann-Pohl letztes Staatsoberhaupt der DDR. Noch nie ist eine Frau Bundespräsidentin geworden.

1961 wurde mit Elisabeth Schwarzhaupt zum ersten Mal eine Frau Ministerin in der BRD, 1953 war Hilde Benjamin Justizministerin der DDR geworden. In der Kommunalpolitik konnten Frauen sich in führenden Stellungen bereits früher behaupten: Luise Albertz war in Oberhausen mit Amtszeiten von 1946 bis 1948 und von 1956 bis 1979 die erste Oberbürgermeisterin einer deutschen Großstadt.

Der Anteil der Frauen an den Bundestagsabgeordneten lag in der BRD lange Zeit unter 10% (1972: 5,8%). Erst als die Grünen (1979) und die SPD 1988 eine Frauenquote einführten, änderte sich dies. Das Frauenquorum in der CDU wurde zunächst auf dem Bundesparteitag der CDU in Karlsruhe 1995 vorgeschlagen, konnte dort jedoch nicht die Mehrheit der Delegierten erreichen und wurde abgelehnt. Daraufhin wurde auf dem Bundesparteitag in Hannover 1996 erneut über das Frauenquorum abgestimmt, wobei eine Mehrheit für eine versuchsweise auf fünf Jahre befristete Einführung des Quorums erreicht wurde. Nach Ablauf der fünf Jahre wurde auf dem Bundesparteitag in Dresden 2001 erneut über das Frauenquorum abgestimmt und eine unbefristete Einführung beschlossen.

Die mit der Einführung der Frauenquote zum Teil verbundenen Hoffnungen einer grundsätzlichen Veränderung der Politik erfüllten sich nicht, da die bestehenden Hierarchien im Wesentlichen erhalten blieben.

Im 15. Deutschen Bundestag waren von 603 Abgeordneten 194 Frauen (32,2 %). Die SPD stellte 95, die CDU 43, die CSU 12, die Grünen 32, die FDP 10 und die PDS 2 weibliche Abgeordnete (Stand 2002).
Situation international [Bearbeiten]

Auch in anderen Staaten dauerte es nach der Erlangung des Wahlrechts in der Regel sehr lange bis Frauen in hohe und höchste Ämter gelangen konnten. Nina Bang, dänische Erziehungsministerin von 1924 bis 1926, war das weltweit erste weibliche Kabinettsmitglied. In den meisten westlichen Ländern wurden Frauen erst nach dem Zweiten Weltkrieg Ministerin und auch dann zunächst nur vereinzelt und in bestimmten Ministerien wie dem Gesundheits- und dem Familienministerium, die als für Frauen besonders 'geeignet' angesehen wurden. Nur ganz ausnahmsweise (Golda Meir) konnten sie Positionen in den klassischen Ministerien wie dem Finanz-, dem Außen- oder Innenministerium besetzen. Dies begann sich erst in den 1990er Jahren zu ändern.

Noch nie war eine Frau amerikanische oder französische Präsidentin (Stand 2008). In den USA erhielten Frauen auf Bundesebene 1920 das aktive und passive Wahlrecht, 1997 wurde Madeleine Albright als erste Frau Außenministerin der USA. Hillary Clinton, New Yorker Senatorin und frühere First Lady, kündigte ihre Kandidatur für die US-Präsidentschaft in Januar 2007 an. Sie verlor jedoch gegen Barack Obama, der die Mehrheit für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei erlangte.

Eine gewisse Ausnahmestellung nehmen asiatische Politikerinnen ein, die nicht zuletzt aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen in hohe Ämter gelangten, z.B. Indira Gandhi (Tochter von Jawaharlal Nehru), Megawati Sukarno (Tochter von Sukarno), Corazón Aquino (Witwe von Benigno Aquino). Nach der Ermordung ihres Mannes S. W. R. D. Bandaranaike im September 1959 wurde Sirimavo Bandaranaike Ministerpräsidentin von Sri Lanka und damit erste demokratisch gewählte Regierungschefin der Welt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_in_der_Politik