Heute ist der 19.09.2017

IST DIE ENTWICKLUNGS- ZUSAMMENARBEIT GESCHEITERT?

Die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede haben die "reichen" Länder dazu gebracht, Ressourcen fßr die "ärmeren" zur Verfßgung zu stellen. Am Anfang Entwicklungshilfe genannt, wird dieser Vorgang mittlerweile als...

Entwicklungszusammenarbeit bezeichnet. Das offenbart den Willen der Akteure gemeinsam eine faire Konstellation (Auf Augenhöhe?) zu gestalten. Der erste deutsche Entwicklungstag bleibt ein wichtiger Schritte in dieser Richtung. Dieser Tag offenbar jedoch gravierende Meinungsverschiedenheiten...

 

Der erste Tag der Entwicklungszusammenarbeit bleibt eine lobenswerte Idee der BMZ in Partnerschaft mit Engagement Globale ein neues Basis für die Gestaltung der Partnerschaft zwischen Deutschland und seine Partner. Die in vorfeld zu identifizienrende Manko, wie die Darstellung des Afrikanischen Kontinents mit Tiere für unterschiedliche Ziele offenbaren die Diskrepanz zwischen Realität und gute Wille. Es ist klar zu merken, dass der Weg der Involvierung von "Menschen mit Migrationshintergrund" in der Konzeptioneller Ebene unabdingbar bleibt. Somit wird man in sich bestimmte leichte zu überwinderde Fehler sparen. Viele Akteure begrüßen die Initiative, freue sich auf dem neuen Wind in der Gesellschaft bedauert jedoch eine Realität, die immer in Wiederspruch zu dem Engagement der Menschen steht.

 

 

Moktar Kamara, Gründer des Afrika-Rats sieht die Entwicklungshilfe als gescheitert, weil man bisher zu wenig mit lokalen Akteuren zusammengearbeitet habe. Es geht seine Meinung nach, nicht nur um die Überweisung von Gelder. Mann sollte eine mit Respekt gepräte Partnerschaft mit agierende Partnern gestalten. Er ist Ferner der Meinung, dass die in Deutschland lebenden afrikanischen Migranten stärker in die Entwicklungspolitik einbezohen sollen.

 

Yash Tandon, der frühere Geschäftsführer des South Centre in Genf spricht in einer Interview mit welt-sichten.org und erklärt warum seine Meinung nach eine Kehrwende notwendig ist. Ein paar Auszüge aus einer Interview mit welt-sichten.org präsentiert seine Meinung.

Die Plakatkampagne "The Big Five" zur ersten deutschen Entwiklungstag verursachte eine Welle der Entpörung in der Afrikanischen Gesellschaft, sowie die breite Bevölkerung. Im Hintergrund des Plakats ist der afrikanische Kontinent zu sehen, im Vordergrund sind fünf Tiere, namentlich Elefant, Löwe, Büffel, Leopard und Nashorn platziert. Neben jedem Tier findet ist ein Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit aufgelistet, darunter Armut bekämpfen – Wachstum fördern | Rohstoffe sichern – nachhaltig wirtschaften | Artenvielfalt erhalten – Kaza besuchen1 | Menschenrechte schützen – für Demokratie werben | Bildung fördern – Chancen schaffen.

Die Zusammensetzung dieser Elementen, die Institutionen, die die Idee gehabt hat, sowie die zu vorbereitende Veranstaltung lässt einfach wortlos.

 

Das Plakat zum ersten deuschen Entwicklungstag

 

Wie der Verein EPIZ e.V. in seiner Protestbrief zu dem Minister Herr Niebel schreibt: "Der deutsche Entwicklungstag hat sich zum Ziel gesetzt „einen Beitrag (zu) leisten, der breiten Öffentlichkeit in Deutschland einen neuen Blickwinkel auf Afrika, seine Menschen und vielfältigen Themen zu bieten.“ Durch das Plakat werden jedoch koloniale, diskursiv vermittelte Denkmuster weiter verfestigt, statt andere Realitäten von Afrika zu zeigen und damit vorhandene Bilder aufzubrechen und zu erweitern. Durch die Bildsprache des Plakats fühlen sich Migrantenorganisationen als gleichberechtigte Partner_innen in einem entwicklungspolitischen Diskurs nicht ernstgenommen.

Die Bezeichnung „Big Five“ rührt historisch aus der so genannten Safari, der kolonialen Form der Großwildjagd. Durch die Tiermetaphorik wird ein hierarchischer Gegensatz zwischen "Natur" (Afrika) und "Kultur" (Europa/ Westen) zwischen „Wildnis“ und „Zivilisation“ suggeriert. Nicht handelnde Afrikaner_innen werden abgebildet, sondern „wilde“, gejagte Objekte."

 

Solche Ereignisse geben das Gefühl, dass es (fast) unmöglich ist die gemeinsame Ziele zu erreichen. So zu denken, wäre ohne die einzelne engagierte Akteure zu rechnen und mit Institutionen die auch mit der Risiken Fehlern zu machen agieren. Genauso wie es ein Weg gibt wo der Wille existiert, glauben wir dass die Richtung stimmt und die Verfeinerungen machbar sind, da alle Akteuren die gleiche Interesse vertreten.

 

Narcisse Djakam

www.djakam.de

 

Auszüge aus ein Interview zwischen Yash Tandon, der frühere Geschäftsführer des South Centre in Genf mit welt-sichten.org

 

Anstelle der bisherigen Arbeitsgruppe soll aber eine neue „Globale Partnerschaft für wirksame Entwicklung“ geschaffen werden.

Die wird nie in Gang kommen, weil die Eliten in Europa und im Westen ein verqueres Verständnis von Entwicklung haben. Europa sollte zuerst einmal seine „Partnerschaft“ mit den Bürgern Griechenlands unter Beweis stellen, bevor es dieselben gescheiterten Strategien den armen, verschuldeten Ländern in Afrika und der Dritten Welt anbietet.

 

Sie sagen, die Hilfe sei gescheitert. Aber was ist denn zum Beispiel schlecht daran, wenn die deutsche Entwicklungsbank KfW in der ugandischen Hauptstadt Kampala die Wasserversorgung finanziert?

Warum nennen Sie das Hilfe? Nennen Sie es Geschäft, so wie die Chinesen und Inder. Die Chinesen gehen nach Kampala und machen Geschäfte. Sie gehen zur Regierung und zu Unternehmern und sprechen über Investitionen. Hilfe dagegen ist erniedrigend.

 

China macht es also besser?

Natürlich. Warum verstecken Sie Ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen? Sei transparent, nenne die Dinge beim Namen. Es geht ums Geschäft.

 

Ein anderes Beispiel: Was ist schlecht daran, wenn eine kirchliche Entwicklungsorganisation aus Deutschland in Uganda gemeinsam mit Partnerorganisationen versucht, auf dem Land Frauen oder Kleinbauern zu stärken?

Wenn ein solches Verhältnis auf Solidarität beruht, akzeptiere ich das. Solidarität ist, wenn den Frauen in Uganda geholfen wird, dass sie mittels ihrer eigenen Projekte ihre Position verbessern. Die Leute aus Deutschland sollten ihnen aber nicht ihre eigenen Werte aufdrängen. Das heißt, wenn diese Frauen bestimmte kulturelle Praktiken pflegen, dann sollten solidarische Organisationen aus dem Westen das respektieren.

 

Auch wenn diese Praktiken gegen Menschenrechte verstoßen? Sollten wir in einem solchen Fall nicht diejenigen Frauen ermutigen, die sich dagegen aussprechen?

Nein, das geht uns nichts an. Die Frauen brauchen niemanden, der sie „ermutigt“, wie Sie das nennen. Meine Erfahrung aus zwanzig Jahren Arbeit an der Basis ist, dass Frauen im ländlichen Afrika wirkungsvolle und durchdachte Strategien gegen ihre Unterdrückung entwickelt haben. Sie wissen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Wenn ausländische Organisationen solche eigenen Initiativen der Frauen unterstützen, ist das gut. Wenn sie aber die Probleme für die Frauen lösen wollen, dann schaffen sie möglicherweise Konflikte, die sich von außen nicht mehr entschärfen lassen. Entwicklung beruht immer auf Eigeninitiative.

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